Wenn in Mexiko Anfang November „Día de los Muertos“ gefeiert wird, stehen Freude, Farben und Musik im Mittelpunkt. Anders als in Europa wird der Tod dort nicht als Tabu behandelt, sondern als Teil des Lebens. Familien errichten Altare für ihre Verstorbenen, schmücken sie mit Blumen, Kerzen und Fotos und teilen Speisen, Geschichten und Musik. So bleiben die Erinnerungen lebendig – voller Dankbarkeit für das, was war und mit Mut für das, was kommt.
Das Fest zeigt: Trauer und Freude gehören zusammen. Wer einen geliebten Menschen verloren hat, darf weinen – aber ebenso lachen, sich erinnern und feiern.
Die Besonderheit unseres Festes lag im gemeinsamen Erleben: Kinder mit und ohne Trauererfahrung kamen zusammen, bastelten, malten, lachten, schmückten den Altar, erinnerten sich und stellten Fragen. Auf ganz natürliche Weise konnten so Berührungsängste abgebaut werden – sowohl gegenüber dem Thema Tod als auch gegenüber Kindern, die trauern.
Für die Kinder und Jugendlichen, die aktuell von uns in ihrer Trauer begleitet werden, war es stärkend zu erleben, dass ihre Gefühle Raum haben, ohne im Mittelpunkt zu stehen. Für die anderen Kinder wurde Trauer zu etwas Menschlichem, Verbindendem und Erklärbarem. Ein Fest, das gezeigt hat: Trauer darf Teil des Lebens sein – und Gemeinschaft hilft, sie zu tragen.
Dieses bunte und warmherzige Fest hat uns erneut bestätigt, wie wichtig offene Begegnungen, Präventionsarbeit und gelebte Mitmenschlichkeit sind. Genau dafür steht Löwenträne e.V.

